Änderung des Markenschutzes bei Google – mögliche Auswirkungen für den deutschen eCommerce Markt

Seit heute ist es offiziell – am 14.September 2010 fällt der bislang noch existierende Markenschutz von Google.

Im Google off. AdWords Blog heisst es dazu:

Mit ihr (Anmerkung: Anpassung der bisherigen Markenregelung) passen wir die Vorgehensweise in Europa an unsere Markenrichtlinie in den meisten Ländern der Welt an. In den USA und Kanada können Inserenten schon seit 2004 fremde Markenbegriffe verwenden, in Großbritannien und Irland seit 2008 und in vielen anderen Ländern seit Mai 2009…

Diese Entscheidung von Google wurde eigentlich schon viel früher erwartet und sollte deshalb für viele Werbetreibende nun auch nicht völlig überraschend kommen. In der Bewertung der Anpassung für den deutschen eCommerce Markt, muss man nach meinem Empfinden grob zwei Fälle unterscheiden:

1. Eine fremde Marke wirbt mit einer Drittmarke für ihr eigenes Angebot.
Dieser Fall splittet sich in zwei weitere Wege – (a) Marke 1 bucht das Markenkeyword der Marke 2 oder (b) Marke 1 nutzt im Anzeigentext zusätzlich zum gebuchten Keyword auch die Marke als Werbebotschaft. Also z.B. Adidas (Marke 1) und Nike (Marke 2).
Adidas würde im Text sagen: “Adidas Produkte sind so cool wie die von Nike”. In diesem Fall (textlich geht das bestimmt auch noch extremer), würde man die Möglichkeit haben, bei Google eine Beschwerde einzureichen.

Ist ein Markeninhaber der Auffassung, dass ein anderes Unternehmen mit einer geschalteten Anzeige die Nutzer verwirrt, kann er bei Google eine Beschwerde einreichen. Nutzer können beispielsweise durch Anzeigen verunsichert werden, die auf Webseiten führen, die fälschlicherweise den Eindruck erwecken, zum Markeninhaber zu gehören oder geschützte Markenprodukte oder -Dienstleistungen zu verkaufen. Ist dies nach Überprüfung durch Google der Fall, wird die Anzeige entfernt…

Im Fall 1 wird sich der Markt, meiner Meinung nach, aber selbst regulieren. Dem User werden die Ergebnisse nach dem Klick auf die Anzeige nicht wirklich sinnvoll erscheinen (Ausnahmen gibt es bestimmt auch hier) und spätestens bei Google durch höhere Biddings abgestraft werden, da sein Quality Score sich deutlich verschlechtern sollte.

Google plant hier aber keine Anpassung, wie Stefan Tweraser im Internetworld Interview erzählt. Man glaube bei Google, dass ein Advertiser schon “allein deshalb meist eine niedrigere Klickrate und damit einen niedrigeren Qualitätsfaktor” habe, dass eine Anpassung nicht notwendig sein wird.
2. Drittanbieter von Produktmarken buchen Marken, die sie verkaufen oder die in Ihren Angeboten zu finden sind.
Hier ergibt sich für Online-Shops, die bislang allein (oder in einem exklusiven Kreis) auf Topmarken bieten durften – weil die Marken dies bei Google ausdrücklich eingestellt haben – eine neue (erschwerende) Konkurrenzsituation.
Diese wird sich nicht so einfach – wie in Fall 1 – “selbst” regulieren. Sie ist auf jeden Fall für Händler, die noch nicht mit einer Marke werben durften, die sie anbieten und verkaufen, eine große Chance. Und auch nur fair, da ja auch jedes Offline Geschäft sein Schaufenster mit Werbebotschaften bestücken darf, wenn es die Ware auch verkauft.
Ähnlich verhält es sich mit Preisvergleichern und Produktsuchen. Diese bewerben für Händler deren Angebote und damit auch die bei den Partnershops verkauften Markenprodukte. Hier wird der Endnutzer, der Anzeigen klickt einen Vorteil erhalten, da Aggregatoren ihm einen größeren Überblick zu seiner gesuchten Marke bieten.
Auch möglich – aber “moralisch” anders zu bewerten – sind die Buchung von Shopnamen (nehmen wir mal die Shopnamen außen vor, die zeitgleich eine Marke sind wie z.B. “Esprit”). Es ist keinem Suchenanbieter langfristig zu empfehlen, die existierenden Händlermarken zu buchen und sich damit die Zusammenarbeit mit seinen Partnern zu “erschweren”.
In die letztere Gruppe fallen natürlich auch Affiliates, die ebenfalls Produktsuchen betreiben können, da ihnen Shops entsprechende Daten über Schnittstellen zur Verfügung stellen. Zu den existierenden Richtlinien (die viele Händler schon zusätzlich zum normalen Setting) bei Affilinet und Co. eingestellt haben, müssen nun Ergänzungen folgen. Sonst könnte sich (wahrscheinlich nur für einen überschaubaren Zeitraum, da auch die Affiliates Grenzwertsteuerung betreiben müssen), das Gebotstreiben recht bunt gestalten 🙂
Es bleibt abzuwarten, wie die deutschen Shopbetreiber reagieren werden. Am Ende des Tages entscheiden die User über den Erfolg von Anzeigen und die bald herrschende größere Vielfalt und Transparenz wird für sie auf jeden Fall von Vorteil sein.

KarmaKonsum Konferenz – LOHAS als Trendthema

Das Thema Nachhaltigkeit ist ja schon länger mehr als ein Trendthema im Netz. Portale wie UTOPIA, Bransparent oder die Produktsuche für ökologische Produkte A-LOHA LOHAS, bieten dem geneigten “Nachhaltigkeitsfan” die Möglichkeit bewusster einzukaufen.

karmakonsum Konferenz

In Frankfurt am Main findet in diesem Kontext am 19.Juni die KarmaKonsum Konferenz statt – zum dritten mal in Folge.

“Die neuen Ökos revolutionieren den Markt
Die treibende Kraft in diesem Kontext ist eine neue Gesellschaftsgruppe, die gegenüber konventionellem Marketing kritisch eingestellt ist. Diese soziokulturelle Bewegung, mit dem Akronym LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability), ist derzeit noch eine Speerspitze von Meinungsführern, aber ihr Potenzial zum Mainstream ist riesig…”

Themen sind z.B.:

– Social Business – Neue Geschäftsmodelle für das 21. Jahrhundert
– LOHAS – Von der Avantgarde zum Mainstream
– Müsli 2.0 – Innovative Geschäftsmodelle durch onlinebasierte Mass Customization

Weitere Programm Details gibts auf KarmaKonsum.de.

Am 20.Juni findet dann ein Barcamp zu LOHAS Themen statt – das KarmaKonsum Greencamp. Es richtet sich an LOHAS Start-Up-Unternehmer, mögliche Kooperationspartner, Blogger und alle Öko-Lifestyle Interessierten.

Spannendes Thema, dem in den nächsten Jahren wohl noch deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Und nicht nur aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, sondern auch aus Marketingsicht.

p.s. Eine sehr übersichtliche Liste mit Ökofashion Shops findet sich im Blog von Sebastian Backhaus.

Die OMD ist tot :(

Bis vor ein paar Tagen war ich noch optimistisch, dass es noch mindestens ein Jahr mit einer Online Marketing Düsseldorf – OMD – geben würde.

Auch das von den verantwortlichen vorgestellte Konzept der stärkeren Ausrichtung auf eCommerce und die Fokusierung auf Mode war spannend.


Nun ist es aber offiziell – die OMD war einmal.

Im September 2009 werden wir uns alle auf der pompösen dmexco einfinden und vielleicht wird es ja besser als erwartet.

Die Liste der schon angemeldeten Firmen list sich wie das WHO’S WHO der deutschen Online Szene. Hoffentlich werden auch die kleineren Firmen den Weg zur Online Messe 2009 finden!

Guil als Google Konkurrenz gestartet

Der letzte beachtete Versuch eine Alternative zu Google zu präsentieren, war der Start von Wikia. Nun hat es ein Ex-Google Mitarbeiter einmal versucht und Guil (vor ein paar Wochen sollte die Suche noch Guill heissen!???)

Nun ist die neue – und nach Aussage von Tom Costello (Ex-Google Mitarbeiter) auch bessere Suche online. Gleich zum Start gibts den Streit mit Google über die Anzahl der Seiten im Index. Bei Guil sollen es 120 Milliarden sein – 3x soviele wie bei Google.

Die Qualität sollte das eher entscheidene Kriterium sein… denke ich.

guil_burton

Auf den ersten Eindruck wirken die Suchergenisse wie bei einem redaktionell aufgemachten Portal. Zu fast jedem Ergebnis gibt es ein kleines Bild (z.B. Firmenlogos usw.). Die hauptsächlichen Suchtreffer scheinen noch sehr US lastig zu sein.

Gut gefällt mir die Filterung über ein… tja wie soll man das nennen… “Widget ähnliches” Gebilde auf der linken Seite. Hier sind verschiedenste Kategorien (per Klappmenü) aufgeführt mit weiteren Suchtreffern oder Eingrenzungen. Die Meisten User werden es aber wohl erst einmal für Werbung halten. Sieht aus wie ein Medium Rectangle :X

guil_explorer

Kleines Fazit nach einem ersten Eindruck: Optisch (noch) nicht meine Art der Suche. Aber auch Google ändert sich ja gerade massiv mit seiner “Universial Search” und der Integration von verschiedensten Inhalten (Videos, News etc.). Vorläufig mag ich noch die typische “Google Optik” bei einer Suche. Vor redaktionell aussehenden Ergebnisse wie bei Guil hab ich noch Bedenken!?

(via IW)