Auf Facebook kann man mit E-Commerce kein Geld verdienen!?

Eine der häufigsten Fragen, die mir in den letzten Wochen auf Konferenzen und in Fachgesprächen gestellt wurde:

Mit E-Commerce kann man doch auf Facebook kein Geld verdienen!?




Die Antwort auf diese (schon sehr als Aussage formulierte) Frage, ist ein klares Jein. Im deutschen Online Umfeld neigen viele Leute leider dazu, neue Themen immer sehr schnell zeitkritisch und im direkten Vergleich zu etablierten Kanälen zu beurteilen. Gleiches gilt auch für den Glauben in Konzepte, die es eventuell schon woanders gibt und denen man deshalb keine Zukunftchancen einräumt.

Natürlich ist Facebook heute nicht optimal als Verkaufsplattform aufgestellt und auch die Userwege sind eher kommunikationsgetrieben als das sie Kaufgelüsten befriedien können. Das wird sich aber bald ändern, da Facebook die Weichen – eigens Payment, OpenGraph etc. – gestellt hat und eine weitere Kommerzialisierung gut vertragen kann.

Jeder der heute auf Facebook E-Commerce Ansätze (egal ob Shop oder Produktplatzierungen im Contentumfeld) testet, verfügt dann über Erfahrungswerte, da die heutugen User auch auf dem neuen “E-Commerce Facebook” sein werden.

In einer im September veröffentlichten Studie der BBDO – Deutschlands größte Werbeagentur – in Zusammenarbeit mit Jelden TTC und brand foresight, werden aktuelle Zahle zum Nutzungverhalten in Kombination mit einem Handelsfokus aufgezeigt. Dazu werden über Interviews mit Branchenleuten, die zukünftigen Potentiale diskutiert.

Wann und wie stark sich Facebook als E-Commerce Potential herausstellen wird, ist aktuell schwer zu sagen. Die zwei Optionen stellen sich für mich aber recht klar dar und sind nur in Ihrer Intensität und Terminierung offen.

1. Facebook wird zum Datenaggregator wie Google und baut sein heutiges Advertising deutlich aus und ergänzt es um eine Produktsuche (mit allen Möglichkeiten der API Politik von Facebook)

oder

2. Facebook wird stärker selbst als Händler auftreten und eine Marktplatzstruktur schaffen. Die Power zum Durchsetzen eines Datenstandards und die damit mögliche Anbindung an alle Shop- und Warenwirtschaftssysteme hat das Social Network. Neben Amazon und Ebay fällt mir eigentlich nur noch Google mit ähnlichen Potentialen ein. Der Suchgigant wird sich aber sehr lange und gründlich diesen Schritt überlegen, solange die sichere AdWords Bank noch 7 Tage die Woche offen ist und viel Geld einbringt.

Das auch heute schon E-Commerce Ansätze in Facebook erfolgreich sein können, zeigen die Beispiele aus den folgenden Charts von Paul Marsden (Syzygy group).

Gerade große Brands und Konzepte mit Einzelprodukten sind hier zur Zeit Vorreiter. Retailer haben es schwer und müssen es schaffen, Ihren Fans auf Facebook den optimalen Mix an Produkten aus dem Gesamtangebot – in der richtigen Intensität – zu bieten.

Oder sie versuchen abseits der eigenen Unternehmensseite auf speziellen Contentthemenseiten Ihre Produkte zu platzieren und Umsatz zu generieren. Den Physischen Aufwand können hier Tools wie 8thBridge oder Social Commerce Plattform minimieren und auch deutlich optimaler steuern.
Alle Potentiale mit Facebook auch außerhalb von Facebook zu arbeiten und E-Commerce zu verändern, sind dabei noch nicht mit eingerechnet. Die Ansätze von smatch.com unter Nutzung des Facebook OpenGraphs sind in dieser Präsentation näher erläutert.

Es lässt sich also sagen, dass heute noch nicht alle mit/auf Facebook Geld verdienen können. Das wird sich aber ändern und jeder Test heute ist dann ein Vorsprung, den es zu nutzen gilt.


Autor: Stefan Wolk – mehr unter online-driven.de

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