next09 – viel zu zahm und soft!

Die von Sinner Schrader organisierte Digitale Medien Konferenz next09 ist – um mit den positiven Aspekten zu beginnen – inzwischen eine echte Großveranstaltung. 
Viele spannende und interessante Leute aus aller Welt kamen für 2 Tage in den Norden Deutschlands.
Perfektes Networking war also garantiert.
Die Konferenz war für mich jedoch recht zwiegespalten. Gerade die großen amerikanischen Redner haben meine Erwartung in Summe – es gab Ausnahmen wie Jeff Jarvis – nicht erfüllen können. 
Nicht immer ist eine optisch gut gemachte Keynote Präsentation der Garant für einen guten Vortrag. Wir haben in Deutschland ebenfalls Leute wie z.B. Martin Oetting von trnd und Sascha Lobo, die sowohl inhaltlich, als auch vom Entertainment Charakter den Amis das Wasser reichen können.

Deshalb mein Wunsch fürs nächste Jahr – gebt den guten deutschen Online Leuten die große Plattform und “sperrt” sie nicht in die kleinen verwinkelten Räume.

Das Thema Location und Aufteilung, ist für eine Konferenz ja immer ein wichtiges Kriterium. Leider hat mich der Kampnagel, was diesen Aspekt anbetrifft, eher enttäuscht.
Viele spannende Themen waren einfach zu versteckt – Beispiel Startup Lounge – um wirklich für alle sichtar zu sein.
Zu oft fanden die interessantesten Tracks in den kleinen und sehr vollen Räumen statt. Zu wenige gute Vorträge wurden in den großen Saal “gelassen”. 
Stattdessen präsentierte uns dort T-Mobile zum angeblichen Trendthema “Mobile Trends”, eine schlechte Verkaufsshow inkl. dem Lacher der Veranstalltung. Auf die Frage, warum VoIP – Skype und Co. – bei T-Mobile geblockt sind, kam die Antwort: “Wir können nicht die gleiche Sprachqualität garantieren.” Nette politisch korekte Antwort.

Warum nicht mal über den Sinn der bestehenden Businessmodelle derMobilfunkriesen diskutieren. Wenn dann – dann hier! Auch die Gleichstellung von iPhone, Android vs. Web´n Walk ist eher ein Witz . Aber das mag auch schon wieder sehr subjektiv sein.

Gut und objektiv – zum Glück auf der großen Bühne – Nicole Simon zu Twitter und dem Einsatz für Business. Solche handwerklich guten Vorträge waren leider zu selten auf der next09. Auch fand ich die ganze Veranstaltung dieses Jahr sehr zahm. 
Schmuserunde auf der next09
(“Schmuserunde” der Network CEOs auf der next09 – mehr off. Bilder hier)

Schön mal den Chefs der großen Networks wie Xing, Linkedin und studiVZ auf der Bühne zu sehen. Aber doch nach 5 Minuten langweilig, wenn sich alle “lieb haben” und der Moderator mehr damit beschäftig ist, auch sein Produkt sevenload ein paar mal “nebenbei” zu erwähnen.

Gebt solche Runden den Provokateuren wie Sascha Lobo. Der rief in seiner Session zum Thema Viral Marketing – offline vs. online – zu bewussten Meinungsäußerungen auf. Bitte eher kritischer als sanft. Den Stil brauchen wir viel öfter auf der next!

Als Fazit zur next09: Viele Leute, gutes Networking, wenig spannende neue Themen. Und viel, viel zu soft!
Auf eine bessere next10 im nächsten Jahr in der coolen Speicherlocation vom Vorjahr!
p.s. Danke für die vielen Kommentare zu meinem Twitter von der next09. Hat super viel Spaß gemacht. Werde die nächsten Tage mal versuchen alle @Replies zu beantworten 🙂
p.s.2: Warum war die Twitterwall nur manchmal zu sehen??? Angst vor Feedback? 🙂

1 Comments

  1. Moin Stefan,

    ich gebe Dir in Deinen Punkten und Anmerkungen Recht.Auf der anderen Seite ist es den Machern aber wirklich gelungen etwas Größers auf die Beine zu stellen.
    Nachteil der regelmäßigen Locationwechsel ist eventuell eben auch, dass man mal einen schlechteren Ort als im Vorjahr erwischt, dass ist mutig und birgt aber auch Risiken.

    Ausgewogenheit in den Beiträgen wird immer schwierig sein, wenn Sponsoren und Aussteller auch gern im eigenen Vortrag etwas Werbung machen wollen/dürfen. Extrem bei T-Mobile zu sehen…

    nach der next ist vor der next 😉

    Gruss Hendrik

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