StudiVZ setzt auf Behavioral Targeting

Als ich heute früh die Welt kompakt in die Hand nahm, sprang mich die HeadlineStudiVZ verkauftNutzerdaten” förmlich an.

In dem Artikel dürfen sich auch ganz schnell wieder die Datenschützer zu Wort melden. Bei der Welt ist es Dietmar Müller, Sprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz. Er sagt:
“Wir haben immer davor gewarnt, sein Privatleben in den Internetportalen zu sehr zu präsentieren. Man sieht, wohin das führt, wenn jetzt StudiVZ ganz offiziell nach den Daten der Nutzer greift und sie womöglich kommerziell verwertet…”

Ganz ehrlich – wer hat nicht schon unzählige Anrufe zum Thema Lotto spielen und Co bekommen. Wenn die Profile helfen, dass ich die Werbung bekomme, die mich interessiert – wäre das auf jeden Fall besser. Klar, Werbung kann nervig sein und als Marketing Mensch sehe ich das bestimmt auch mehr mit der Werberbrille. Würde mich aber mal jemand mit den neuesten Burton Boards oder preiswerten Kinderwagen ” belästigen” wäre das auf jeden Fall besser als Lotto Angebote :X

In den Kommentaren auf Welt Online zu dem Artikel findet sich auch diese Meinung wieder:

“Ich kann nicht verstehen, warum in Deutschland eine Effizienzsteigerung von Werbung so anrüchig ist. Ich persönliche bekomme lieber Werbung, die mich interessiert, als uninteressanten Mist. Gerade die kontext-relevante Google- und Amazon-Werbung ist oft sehr interessant und ich bin froh, dass es sowas gibt. Da gebe ich sogar bewusst persönliche Interessen an (die ich natürlich filtere und auch schon mal bewusst verfälsche). Anscheinend gibt es in Deutschland immer noch welche, die Wirtschaft, Marketing und profitable Unternehmen per se ablehnen. “

Das kann ich selbst auch nur so unterschreiben. Mehr Transparenz und eine etwas objektivere Berichterstattung würde auch den Schreibern der Welt nicht schlecht zu Gesicht stehen. Panikmache ist aber wohl bequemer und treibt die Auflage schön hoch!

1 Comments

  1. Mit einer “Effizienzsteigerung” könnte ich als User durchaus leben.

    Das wäre ein durchaus akzeptabler Deal, der beiden Seiten hilft: Ich nutze deine Plattform, du blendest mir sinnvolle Werbung ein.

    Die neuen AGB von StudiVZ gehen aber weit über diesen Deal hinaus. Werbepenetration auf allen Kanälen (Mail, SMS und Instant Messenger), Option auf die Weitergabe von personenbezogenen Daten an Dritte, keine Löschung von nach Verlassen der Plattform.

    Das alles wohlwissend, dass ein Großteil der User beim nächsten Login weder einen elfseitige Vertragstext lesen, noch die juristischen Implikationen verstehen wird.

    Das ist kein Spaß mehr, das ist eine ausgemachte Sauerei. In einer besseren Welt sollte man die Verantwortlichen bis an ihr Lebensende mit Katzendreck bewerfen.

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