Wikinomics – Zukunftsmusik oder schon real?

Nach langer Zeit habe ich die Zeitschrift “brand eins” mal wieder in die Hand genommen. Das Magazin habe ich im Studium gern gelesen – jetzt reicht die Zeit leider kaum, die sehr ausführlich geschriebenen Artikel zu konsumieren :X

In der aktuellen Ausgabe – ich wurde durch den einfallsreich Marketingblog darauf aufmerksam – erschien ein Interview mit Don Tapscott. Er vertritt die These, dass sich die bisherigen Wirtschaftsstrukturen immer mehr verändern werden. Da das Internet heute immer neue Möglichkeiten aufzeigt, Infrastrukturen auch außerhalb des eigenen Unternehmens zu nutzen, vertritt er die Meinung, dass zukünftig nur die Firmen überleben werden, die dies heute schon erkennen und für die Erreichung Ihrer wirtschaftlichen Ziele aufgreifen werden.

Topscott nennt diesen Trend Wikinomics. Ich möchte zwei Fragen zitieren, die besonders die Aktualität seiner Thesen unterstreicht.

Auf die moderne Volkswirtschaft dank Wiki-Einflüssen zunehmend irrational wird, sagt er:

“Das habe ich nicht gesagt – zunächst einmal verändert sie sich. Einige der Kritiker werden behaupten, dass die Art der vernetzten Arbeit irrational ist, weil sie letztlich keinen Mehrwert schaffe und der Innovationskraft schade. Doch diese Ansicht geht nicht nur an den Tatsachen vorbei, sondern ist Blödsinn! Wir beobachten eine neue Form von Selbstorganisation, die ich Wikinomics nenne, und sie wird herkömmliche Unternehmensstrukturen als primäre Triebkraft der Wertschöpfung ablösen.

Auf der Frage nach der wohl fehlenden Motivation der User neue Produkte ohne direkten materiellen Gegenwert zu entwickeln, antwortet Topscott:

“Das mag stimmen, wenn man so alt ist wie Sie und ich. Aber bei Kindern sieht die Sache ganz anders aus… Sie sind die erste Generation, die in einem digitalem Vollbad aufgewachsen sind. Wir haben früher ferngesehen, diese Kinder sind online, haben mehrere Instant-Messenger-Fenster offen, während sie am Handy hängen, eine Spielkonsole, der Fernseher und iTunes laufen.”

Persönlich glaube ich, dass es sicherlich noch einige Zeit dauern wird, bis sich die Thesen von Don Tapscott auf alle Wirtschaftbereiche anwenden lassen. Aber erste Ansätze sind schon zu spüren und werden besonders bei Thema Crowdsourcing schon heute aufgegriffen.

Mehr Infos zum Thema bei einfallsreich.net, Wikinomics.com und im zum Thema gehörigen Buch von Don Tapscott

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